Claude Code im Alltag · Hierarchie

Wer arbeitet, wer prüft: eine flache Hierarchie.

Claude Code kann Arbeit an Unteragenten abgeben, jeder mit eigenem Modell und Denkaufwand. Das verführt dazu, für alles einen Agenten zu starten. Gemessen bringt das selten etwas. Diese Regeln sind aus Messungen und Fehlschlägen über mehrere Monate entstanden.

Agenten gleichzeitigso viele wie unabhängige Pakete
Ebenen1 unter der Hauptsitzung
StandOktober 2026
01 · Die erste Frage

Selbst machen ist der Normalfall.

Selbst machen

Der Weg ist bekannt

Die Arbeit verläuft linear, und der nötige Kontext ist schon geladen.

  • eine Datei lesen, einen Befehl ausführen
  • eine kleine Änderung, eine kurze Diagnose
  • Ergebnisse zusammenführen

Dass eine Aufgabe „nicht trivial“ ist, reicht allein nicht als Grund zum Abgeben.

Abgeben, wenn mindestens eines gilt

Ein Agent bringt etwas

  • Zwei Arbeitsstränge sind wirklich unabhängig und teilen keine Dateien.
  • Die Hauptsitzung bleibt messbar schlanker, weil der Agent viel liest und nur das Ergebnis zurückgibt.
  • Ein bestimmtes Modell hat einen klar benennbaren Vorteil.
  • Der Auftrag würde die Hauptsitzung sonst länger als etwa 15 Minuten blockieren.
355
Sitzungen ausgewertet.
Delegation sparte nur bei Kontextschutz oder echter Parallelität.
Wie viele gleichzeitig?

So viele, wie es Pakete gibt

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Die Grenze ist logisch:

  • Teilbarkeit: je Agent ein eigenes, unabhängiges Arbeitspaket mit eigenen Dateien. Mehr Agenten als Pakete bringen nichts.
  • Kontrollierbarkeit: nur so viele, wie die Hauptsitzung am Ergebnis selbst noch prüfen kann.
  • Erst Probe, dann Serie: ein neues Verfahren zuerst an ein bis zwei Proben, breit verteilen erst nach deren Abnahme.

Auf einem Server mit wenig Arbeitsspeicher richtet sich die Zahl nach dem freien Speicher: rund 300 MB je Agent, 1 GB Reserve.

02 · Rollen

Eine Ebene, klare Zuständigkeit.

Hauptsitzung
Opus · medium
zerlegt, gibt ab, baut ein, entscheidet; erledigt bekannte Arbeit selbst
Agent A
Sonnet · medium
ein abgegrenzter Auftrag
Agent B
Haiku · medium
mechanisch, mit Prüfstufe danach
Weitere Agenten
je unabhängiges Paket
so viele, wie die Hauptsitzung noch prüfen kann
✗ Kein Agent startet selbst einen Agenten.
Eingebaut, Tests grün: ein Abschlussreview
Prüfer 1
andere Modellfamilie
findet Fehler durch Ausprobieren
Prüfer 2
andere Modellfamilie
findet Fehler durch vollständiges Lesen
Mechanik
Haiku
Effortmedium
FürListen, feste Umformung
Exakte Arbeit ohne Urteil, immer mit automatischer Kontrolle danach.
Umsetzung
Sonnet
Routinemedium
Schwierighigh
Routine nach vorhandenem Muster; high für schwierige Logik oder reproduzierbare Fehler.
Hauptsitzung · Eskalation
Opus
Standardmedium
Urteil, Geldhigh
Architektur, Nebenläufigkeit, drohender Datenverlust, Fehler ohne Reproduktion.

Was ein Modell kostet

Listenpreis je Million Ausgabe-Tokens in US-Dollar

Haiku 5.5Mechanik
0,50 $
Sonnet 5.5Umsetzung
10 $
Opus 5.5Hauptsitzung
20 $
Fable 5.1Ausnahme
50 $
Eingabe-Tokens kosten jeweils ein Fünftel davon. Haiku 5.5 kostet bei Prompts über 100.000 Tokens 2,50 $. Quelle: Preisliste der Claude-API, abgerufen am 7. November 2026. Die Preise gelten für die API; im Abo werden die Modelle anders gewichtet.

Warum medium für das Hauptmodell genügt

Opus 5.5 ist stärker als sein Vorgänger; der höhere Aufwand bringt dort selten mehr. High lohnt sich bei urteilslastiger Recherche, Entscheidungsvorlagen, Geld- und Regelfragen. Die höchste Stufe nur mit benanntem Grund, etwa bei Geld, Recht oder einem Schritt, der sich nicht zurücknehmen lässt.

03 · Messbefunde

Was die Modelle tatsächlich lieferten.

0 / 11
Läufe des teuersten Modells mit exklusivem Ergebnis.

Fable kostet rund das 2,5-Fache von Opus. Die Stärken, die es zu haben schien, kamen aus dem Auftrag, nicht aus dem Modell. Es bleibt für die schwerste Frage oder nach einem belegten Fehlschlag.

28 / 31
Dateien leer, die Zählung dazu erfunden.

So endete ein Web-Abruf mit Haiku. Seitdem gehen Web-Abrufe an Sonnet, und Haiku arbeitet nur mit einer Prüfstufe danach: Dateigröße, Status, Stichprobe.

Sonnet auf low

Meldet zu früh „fertig“

Auf niedrigem Aufwand erklärte es Änderungen teils ohne echte Prüfung für erledigt. Medium ist die untere Grenze für Arbeit mit Werkzeugen. In Wissensfragen antwortet es teils aus dem Gedächtnis; der Auftrag muss Quellen mit Fundstelle verlangen.

2–3 / 7
Fehler fand Sonnet im Blindtest, auf jeder Stufe.

Es taugt dazu, zu prüfen, ob ein Agent seinen Auftrag erfüllt hat. Zur Fehlersuche taugt es nicht.

04 · Eskalation

Unten anfangen, erst nach Grund hochgreifen.

01

Haiku

Hört auf, sobald ein Urteil oder eine Mehrdeutigkeit auftaucht.

mechanisch
02

Sonnet medium, dann high

High nur für schwierige Logik oder Reproduktion.

Routine
03

Opus

Nur mit benanntem Grund oder nachdem Sonnet nachweislich gescheitert ist.

mit Grund
04

Fable

Nur für die schwerste Frage oder nach einem belegten Fehlschlag von Opus.

Ausnahme
05 · Der Auftrag

Neun Angaben, ein Schreiber je Datei.

Jeder Agent bekommt
Ziel Eingaben erlaubte Dateien was unverändert bleibt erwartetes Ergebnis Beleg wann er aufhört was er nicht darf Zeitgrenze

Die Zeitgrenze gilt in Uhrzeit: etwa die doppelte geschätzte Dauer, höchstens drei Stunden. Ist sie erreicht, stoppt der Agent und meldet seinen Stand. Anlass waren Agenten, die über 177 Stunden als laufend dastanden.

Ordnung
  • Ein Schreiber je Datei.
  • Nie zwei Builds gleichzeitig.
  • Ein pausierter Agent wird nicht durch einen zweiten ersetzt.
  • Ist ein Ergebnis eingebaut, wird der Agent beendet.
06 · Prüfen

Einmal, am Ende, mit zwei Modellen.

Regel

Kein Fremdreview während der Arbeit. Genau eins, wenn die Änderung eingebaut und lokal grün ist.

Reine Doku, Formatierung und Konfiguration ohne Programmlogik brauchen keins. Eine weitere Runde nur nach einem schweren Befund, der zu einer echten Codeänderung führte, oder wenn die Verifikation fehlschlug.

Blindtest: sieben eingebaute Fehler

Gefundene Fehler je Modell, beste Stufe, Code eines Contao-Bundles

DeepSeekKommandozeilen-Agent · high
7 / 7
Codexgpt-6.1-sol · xhigh
7 / 7
Grok 4.7medium
6 / 7
Opus 5.5medium
5 / 7
Sonnet 5.5jede Stufe
2–3 / 7
Je Konfiguration ein Lauf, September und Oktober 2026; Abweichungen von ±1 liegen im Rauschen. Mehr Denkaufwand war nicht automatisch besser: Codex fand auf medium 6, auf high nur 5 Fehler.
1 Zwei Familien

Sie ergänzen sich

Einer findet Fehler durch Ausprobieren, der andere durch vollständiges Lesen. Im Blindtest mit sieben eingebauten Fehlern fanden beide getrennt alle sieben.

2 Am Original

Nie an einer Zusammenfassung

Prüfer lesen Code, Diff und Tests. Jeder Befund wird am Original angenommen, abgelehnt oder teilweise angenommen.

3 Bei Wichtigem

Ein dritter Blick

Bei Sicherheit, Geld, Migration oder Veröffentlichung prüft ein drittes Modell mit, das am laufenden System testet.

Beim Prüfen wird nicht an der Denktiefe gespart

Wer Code prüft, denkt mindestens auf high, Standard ist xhigh, nie medium. Billiger wird ein Review über die passende Rolle: ein kleines Modell für die Bestandsliste, ein mittleres zum Nachstellen eines Fehlers, die starken Prüfer nur für die Fehlersuche.

07 · Nutzencheck

Nach jedem Lauf: hat es sich gelohnt?

Hat der Lauf etwas gebracht, das die Hauptsitzung oder ein billigeres Modell nicht ebenso geliefert hätte: einen neuen Befund, eine geänderte Empfehlung, eine widerlegte Annahme?
Die Frage nach jedem Agentenlauf, als eine Zeile in einer Messdatei je Projekt

Bringt ein Modell oder eine Prüfstufe wiederholt nur Bestätigung ohne Folgen, fällt sie weg. So wurde die Rolle des teuersten Modells zurückgestuft.

08 · Warnzeichen

Woran man Leerlauf erkennt.

Ein Agent startet nur, um eine bekannte Datei zu lesen.

Ein neuer Agent startet, obwohl gleichartige Ergebnisse noch ausstehen.

Ein Agent startet Agenten.

Das stärkste Modell erledigt Routine.

Zwei Agenten ändern dieselbe Datei oder starten denselben Build.

Eine Prüfrunde folgt der nächsten, ohne neuen Befund, oder läuft nach jeder einzelnen Änderung.