Claude Code im Alltag · Übergabe

Sitzungen sauber übergeben.

Eine Sitzung mit Claude Code vergisst alles, sobald sie endet oder ihr Kontext geleert wird. Was nicht in Dateien steht, ist weg, und die nächste Sitzung probiert denselben gescheiterten Weg noch einmal. Drei eigene Befehle halten den Stand so fest, dass jede Sitzung kalt einsteigen kann.

Befehle/upd · /refresh · /load
Dateienstatus.md · handoff.md
StandOktober 2026
01 · Drei Lagen

Drei Befehle für drei Momente.

1 Arbeit ist fertig

/upd

Hält alles Dauerhafte fest: Statusdatei, Projektdoku, Memories.

2 Kontext ist voll

/refresh

Schreibt nur den Wiedereinstieg handoff.md. Danach leert /clear den Kontext, und die Arbeit geht weiter.

3 Stand unklar

/load

Schreibt nichts. Findet den neuesten Stand, lädt ihn und macht beim obersten offenen Punkt weiter.

02 · Zwei Dateien

Historie und Wiedereinstieg sind nie dieselbe Datei.

status.md
wächst · Historie
## heuteneu, oben
## gesternbleibt
## letzte Wochebleibt
## vor einem Monatbleibt
## Gescheiterte AnsätzeSperrliste

Was erledigt ist, was gemessen wurde, welche Annahme falsch war, was offen ist. Ältere Abschnitte werden nie umgeschrieben.

handoff.md
wird überschrieben · Wiedereinstieg

Nur der aktuelle Stand, höchstens 150 Zeilen, denn er wird nach jedem Leeren ganz geladen. Jede Zeile mehr verlagert das Kontextproblem an den Anfang der nächsten Sitzung.

Dazu: Memories

Kurze Einzeldateien mit je einem Fakt, der über das Projekt hinaus gilt, etwa eine Korrektur des Nutzers oder eine Stolperfalle.

03 · /upd

Fünf Schritte, die Vollständigkeit erzwingen.

01

Bestandsaufnahme mit einem Skript

Geänderte Dateien, Git-Stand, Markdown-Dateien mit Länge und Datum, Kopf der Statusdatei, Memory-Index, laufende Prozesse. Doku und Memory gelten nie als Beleg für den Ist-Zustand.

unter 1 s
02

Projektdateien nachziehen

Statusdatei zuerst. Gesichert wird, was sonst verloren ginge: Gutachten der Prüfmodelle, Messreihen mit Werkzeug und Testfall, verworfene Wege mit ihrer Zahl, offene Entscheidungen mit Optionen.

gebündelt
03

Memories anlegen oder korrigieren

Eine Datei je Fakt. Lieber eine bestehende ändern als eine zweite anlegen, Falsches löschen.

gebündelt
04

In einen Gedächtnisdienst übertragen

Ein Skript gleicht alle Memory-Dateien ab und überträgt nur, was fehlt oder veraltet ist.

1 Aufruf
05

Gegenprüfung mit drei Fragen

Was ist der nächste konkrete Schritt? Welche Entscheidung ist offen? Was wurde verworfen und warum?

Kaltstart-Test
294 / 410
Memories fehlten im Gedächtnisdienst.

Das frühere Handverfahren übertrug nur, was die laufende Sitzung selbst schrieb. Ein Abgleich aller Dateien schloss die Lücke.

Instruktionsdateien

Unter 200 Zeilen

Die Regeldatei wird bei jedem Start ganz geladen. Zu lange Dateien werden schlechter befolgt. Die Bestandsaufnahme misst Länge und doppelte Überschriften bei jedem Lauf in einer halben Sekunde.

Zwei gleichlautende Abschnitte sind schlimmer als ein fehlender: Widersprechen sie sich, wird willkürlich einer befolgt.

04 · Turn-Budget

Teuer sind die Runden, nicht die Arbeit.

19,5 Mio.
gelesene Tokens je /upd-Lauf im Median.
85 % wiederholter Kontext, 15 % Rest 85 %

Wofür die Tokens gelesen werden

85 % derselbe Kontext, Runde für Runde neu gelesen
15 % alles andere

Runden je /upd-Lauf

Jede Runde aus Werkzeugaufruf und Antwort liest den gesamten Sitzungskontext erneut.

GemessenMedian vor dem Budget
26
Obergrenzefestes Budget
10
Zieleine Runde je Schritt
6
Was nicht voneinander abhängt, gehört in dieselbe Nachricht. Eine sorgfältige Datei in einer Runde ist besser als drei Runden an derselben Datei.
1
Bestand
ein Skript
2
Lesen
alles in einem Rutsch
3
Projektdateien
gebündelt schreiben
4
Memories
gebündelt schreiben
5
Übertragen
ein Aufruf
6
Meldung
ein Absatz
Kurzlauf

Nichts zu tun? Ein Satz.

Keine Änderungen und eine Statusdatei von heute: /upd endet nach einem Satz. Ein Volllauf, der nur bestätigt, dass alles stimmt, ist die teuerste Form von Nichtstun.

Modellwahl nach Cache-Alter

Warmer Cache bleibt

Lief das Sitzungsmodell vor weniger als 55 Minuten, bleibt /upd darauf, denn ein Modellwechsel verwirft den Cache. Ist er ohnehin kalt, übernimmt das günstigere Sonnet. Aufwand in beiden Fällen medium.

05 · /refresh

Weiterarbeiten mit leerem Kontext.

Feste Abschnitte im Handoff
  • Auftrag im Wortlaut des Nutzers, auch der offene Teil
  • Woran zuletzt gearbeitet wurde, in drei bis fünf Sätzen
  • Nächster konkreter Schritt mit Datei und Stelle
  • Halbfertiges und Rückweg, mit Ort der Sicherung
  • Offene Entscheidungen mit Optionen und Folgen
  • Verworfen, nicht erneut versuchen, mit Grund oder Zahl
  • Drei bis fünf Dateien, die wieder geöffnet werden
  • Verweise auf Statusdatei und Detaildoku

Leere Abschnitte bekommen einen Strich, statt wegzufallen.

Ablauf

Schreiben, leeren, weiter

/refresh überschreibt den alten Handoff ohne Rückfrage. /clear leert den Kontext. Ein Hook beim Sitzungsstart legt den Handoff automatisch in den neuen Kontext; die erste Eingabe genügt.

/refresh ersetzt /upd nicht: Was dauerhaft gilt, gehört in die Statusdatei.

06 · /load

Kalt einsteigen, ohne zu fragen.

Startet eine Sitzung im Projektordner, liest Claude die Statusdatei ohnehin, und nach /clear lädt der Hook den Handoff. /load ist für den Start im übergeordneten oder falschen Ordner gedacht: Er sucht zuerst handoff.md, dann status.md, notfalls in Unterordnern, und nimmt die neueste. Die gescheiterten Ansätze gelten als Sperrliste. Die Arbeit beginnt ohne Rückfrage beim obersten offenen Punkt, außer dieser braucht eine Handlung des Nutzers.

07 · Allgemein

Was sich daraus lernen lässt.

1

Was eine Sitzung weiß, existiert nur in Dateien.

2

Historie und Wiedereinstieg folgen verschiedenen Regeln.

3

Gescheiterte Wege gehören mit ihrer Zahl aufgeschrieben.

4

Bei langen Sitzungen kosten Runden mehr als Arbeit.